Süddeutsche Zeitung 13.12.2001

Grasbrunn • Dass gesundes Essen auch schmecken kann, ist kleinen Kindern oft schwer zu vermitteln. Die Leiterin der Vorschule „Schlaue Füchse” in Neukeferloh, Eva Nöth, scheint es nun aber geschafft zu haben, für ihre Vorschulkinder Gesundheit und Genuss unter einen Hut zu bringen.
Seit November gibt es bei den Schlauen Füchsen für alle Kinder, die erst um 14 Uhr von ihren Eltern abgeholt werden, ein hochwertiges vegetarisches Mittagessen das von ihnen begeistert angenommen wird. „Das gemeinsame Mittagessen ist schon ein fester Bestandteil der Vorschule geworden”, freut sich Nöth. „Die Kinder mögen das Essen gern.”

Erst mit dem jungen Unternehmen „Vegetaria” hat Nöth nach zweijähriger Suche nun einen geeigneten Partner gefunden, der kindgerecht kocht und auf die Wünsche der Mädchen und Buben Rücksicht nimmt. Jeden Tag beommen die Schlauen Füchse ein dreigängiges Menü, das sie nach dem Essen benoten dürfen. Durch das funktionierende Feedback können die Kinder so Einfluss auf en speiseplan nehmen. Gerichte, die den meisten von ihnen nicht geschmeckt haben, kommen wahrscheinlich nicht mehr auf den Tisch. „Es ist selten, dass auf die Bedürfnisse der Kinder Rücksicht genommen wird. Gerade darauf legen wir aber Wert”, meint Nöth, die neben der herkömmlichen Erzieherinnenausbildung auch die Prüfungen zur Montessori-Pädagogin abgelegt hat.

Wichtig sei ihr bei der Erziehung vor allem, dass nicht nur der Geist gefördert werde, sondern ein Einklang von Geist und Körper hergestellt werde, erklärt sie. Beim Essen in der Gemeinschaft seien die Kinder viel eher bereit, unbekannte Gerichte zu probieren als zu Hause. Ein gesundes Maß an Tischetikette würden sie dabei ganz von selbst lernen.
Doch nicht nur die Kinder sollen einen Nutzen aus dem Mittagessen ziehen. Auch die Eltern möchte Nöth entlasten: „Immer mehr Mütter sind heute berufstätig. So können wir ihnen wenigstens das Kochen abnehmen.” Ein schlechtes Gewissen brauchen sie deshalb auch nicht zu haben. Ihren Kindern mangelt es schließlich weder an Vitaminen noch an Qualität und schon gar nicht an einer angenehmen Tischatmosphäre. „Essen soll sinnlich, sinnvoll und ein Erlebnis für die Kinder sein”, fasst Eva Nöth ihr Konzept zusammen.

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