Dass vegetarische Ernährung einseitig ist und Mangelerscheinungen hervorrufen soll, ist ein schwerwiegender Irrglaube.

Die offizielle Empfehlung für den täglichen Eiweißkonsum ist in den letzten vierzig Jahren von 150 g auf 30g gesunken, da die Forschung zu der Erkenntnis kam, daß wir nicht mehr Proteine brauchen. Zusätzliches Eiweiß ist nicht nur Verschwendung, sondern kann auch gefährliche Schäden im Körper anrichten. Diese 30g Protein kann man auch mit Getreide, Hülsenfrüchten, Nüssen und Milchprodukten zu sich nehmen.
Die Muttermilch, die ein Säugling benötigt, um in wenigen Monaten sein Gewicht zu verdoppeln, enthält 2,8 % Protein. Daher ist es eher unwahrscheinlich, daß ein Erwachsener eine höhere Protein-Konzentration braucht, was wiederum für die vegetarische Ernährung spricht. (Gemüse und Früchte enthalten 1,5-2%, Milch 4 %, Getreide 8-15 % und Hülsenfrüchte 15-50 % Proteine. Magerkäse, Tofu und Gluten bestehen fast ausschließlich aus Eiweiß, wohingegen Fleisch nur 15-25 %! Proteinanteile besitzt, die noch dazu nicht gänzlich abbaubar sind.)

In ihrer Ausgabe vom 12. 2. 1987 schreibt Die Weltwoche, Zürich: „Aus Deutschland kommt für die Vegetarier frohe Kunde… Eine fünf Jahre dauernde Studie hat Erfreuliches zu Tage gefördert. Ausgerottet ist der Aberglaube, wer kein Fleisch ißt, leidet an Eisenmangel. Die Studie hat bewiesen, daß Körper, die weniger Eisen bekommen (und Fleisch liefert 30 Prozent unseres Nahrungseisens), einfach mehr Eisen aus der verabreichten Nahrung lösen. Ähnlich ist es mit dem Kalzium.”
Deshalb schlussfolgert die Neue Zürcher Zeitung im bereits erwähnten Artikel über die Berliner Vegetarier-Studie: „Es wurde oft gesagt und publiziert, daß vegetarische Kost zwangsläufig eine Mangelernährung verursacht. Diese Behauptung erwies sich nun als unrichtig. Heute sieht man ein, daß die Vegetarier von Naturwissenschaftlern und Medizinern aufgrund bloßer Vorurteile während langer Zeit nicht ernst genommen wurden.