Herzkrankheiten

„Eine vegetarische Ernährungsweise kann 90-97% aller Herzkrankheiten (Thromboembolie und Verschluß der Herzkranzgefäße) vorbeugen”, schrieb bereits 1961 das Journal der American Medical Association (Amerikanische Ärztevereinigung). Seit jener Zeit haben zahlreiche und sorgfältig durchgeführte Studien den unumstößlichen wissenschaftlichen Beweis erbracht, dass der Fleischkonsum in den Wohlstandsländern, neben Tabak und Alkohol, die häufigste Todesursache ist.

Der menschliche Körper kann nämlich übermäßige Mengen von tierischen Fetten und Cholesterin nicht verwerten (Eier enthalten ebenfalls sehr viel Cholesterin). Das überschüssige Cholesterin lagert sich dann an den inneren Arterienwänden ab, behindert auf diese Weise den Blutzufluß zum Herzen und führt so zu erhöhtem Blutdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall. Tiere dagegen können ohne Nebeneffekte eine unbegrenzte Menge an Cholesterin und Fetten zu sich nehmen. In einem Experiment mit Hunden wurde diesen 1/4 kg Butterfett in ihrer täglichen Diät über den Zeitraum von zwei Jahren verabreicht, ohne dass es irgendeinen Einfluß auf ihren Cholesterinspiegel hatte.

Auf der anderen Seite haben Wissenschaftler der Mailänder Universitätsklinik eindeutig bewiesen, dass pflanzliches Eiweiß den Cholesterinspiegel sogar senken kann. In einem Artikel des britischen Ärztejournals„ The Lancet” kam D. C. R. Sitori zu dem Schluß, dass Menschen mit zu hohem Cholesterinspiegel und gleichzeitiger Herzkranzgefäßverengung von einer Diät, bei der das Eiweiß ausschließlich von pflanzlicher Nahrung kommt, enorm profitieren können”.

Bei einer in sieben Ländern durchgeführten Studie über den Zusammenhang zwischen Ernährung und Herzkrankheiten kam man zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass in den Ländern, wo die meisten tierischen Produkte konsumiert werden, die Zahl der Menschen, die an Herzkrankheiten starben, am höchsten ist. In Finnland, dem Land mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an Fleischprodukten, wurden prozentual die meisten Todesfälle durch Herzkrankheiten verzeichnet.

Eskimos zum Beispiel, die praktisch nur von Fleisch und Fisch leben, werden kaum älter als 30-40 Jahre! Bemerkenswerterweise steht die USA in dieser Studie bereits an zweiter Stelle. In Japan hingegen, wo sehr wenig Tierfett konsymiert wird, sterben weit weniger Menschen an Herzkrankheiten als in irgendeiner anderen Industrienation. Angesichts dieser nüchternen Tatsachen wenden manche (uninformierte) Mediziner nun dennoch ein, dass reine Pflanzenkost nicht genügend nahrhaft sei und Mangelerscheinungen verursache. Aber sorgfältige wissenschaftliche Studien und Untersuchungen Über die Nahrhafti-keit veLetarischer Kost beweisen eindeutig das Gegenteil – auch für Biologen und Mediziner, die Vegetarismus bisher eher belächelt haben- Viele Früchte- und Gemüsearten sind ebenso nahrhaft wie Fleisch, und sämtliche Getreidearten überragen den Nährwert des Fleisches um ein Vielfaches.

Deshalb schreibt die sonst eher konservative „Neue Zürcher Zeitung” in einem Bericht über eine fünf Jahre dauernde „Berliner Studie” des dortigen Instituts für Sozialmedizin und Epidemiologie: „Die heutzutage mengenmäßig übertriebene Zufuhr von fleischlichen Nahrungsmitteln führt zur Eiweißmast. Das bedeutet verstopfte Poren der feinen Haargefäße unseres Blutgefäßsystems, Eiweißfäulnis im Darm, Unruhe bei Kindern, Depressionen bei Erwachsenen.
Das sind die gefürchteten Anzeichen jener schweren Krankheiten, deren Entstehung ein halbes Jahr bis vierzig Jahre dauert und im Volksmund fälschlicherweise Abnützungs-, Alters- oder Schicksalserscheinungen genannt werden. Es sind Gebißverfall, Erkrankungen des Bewegungsapparates (Gicht), Ablagerungs- und Stoffwechselkrankheiten, Anfälligkeit für Infektionen, Nervenerkrankungen und Krebs. Ohne die ethischen und ökologischen Fragen des Fleischverzehrs zu berühren, kann man nach dieser Berliner Studie sagen, dass niemand auf Fleisch angewiesen ist.

Die Wissenschaft hat mit modernen Methoden feststellen können, dass die lactovegetabile Kost (d.h. die Ernährung ohne Fleisch, Fisch und Eier) völlig genügt, weil sie die ca. 50 chemischen Nährstoffe, die wir dem Körper zuführen müssen, um gesund zu bleiben, im richtigen Verhältnis und im natürlichen Verhältnis enthält.”