Die Geschichte vom Vitamin B12

Im Zusammenhang mit rein vegetarischer Ernährung (also auch ohne Eier und Milchprodukte) wird oft das Gerücht verbreitet, dass es zu einem Vitamin B12 Mangel kommen müsse, da dieses Vitamin nur in Fleisch und Milchprodukten in ausreichenden Mengen vorkomme. Dagegen sprechen allerdings folgende Fakten:

1.) Analysen verschiedener fermentierter Gemüsesorten wie Sauerkraut aber auch milchsauer-vergorener Tomaten, Gurken usw. ergaben einen Vitamin B12 Gehalt zwischen 70 und 100 µg pro 100 g Naßgewicht. Im Vergleich dazu liegt die Empfehlung für die tägliche Zufuhr zwischen 0,1 bis 1 µg Vitamin B12. Das heißt, dass man mit einer Portion Sauerkraut etwa 100 bis 700 mal mehr an Vitamin B12 zu sich nimmt, als täglich vom Körper benötigt wird! Auch Süßwasseralgen (Spirulina, Chorella…), gewisse Seetangarten (Wakame, Komb LC) und Tempeh (ein fermentiertes Sojaprodukt) enthalten bedeutende Mengen an Vitamin B12.

2.) Vitamin B12 wird auch im menschlichen Körper gebildet, und zwar von Mikroorganismen, die sich im Mund an Zähnen und Zahnfleisch, im Nasen-RachenBereich, um die Mandeln, unter der Zunge und in der oberen Bronchialverzweigung befinden und dort das wichtige Vitamin synthetisieren. Bis zu 0,5 µg stehen dem Körper täglich durch diese Quelle zur Verfügung. Ebenso sind die Darmbakterien in der Lage, biologisch aktive Formen von Vitamin B 12 in beträchtlichen Mengen zu bilden.

3.) Der im Körper des Menschen gespeicherte Gesamtbestand an Vitamin B12 liegt bei 2 bis 5 mg. Diese Reserven reichen mehrere Jahre für die Bedarfsdeckung aus, wobei die Leber das wichtigste Speicherorgan für Vitamin B 12 ist.

Genauso könnte man die von offensichtlich skrupellosen Menschen in Umlauf gebrachten Gerüchte über Lysin-Mangel und viele andere Mängel bei Vegetariern entkräften, doch würde dies den Umfang dieser Publikation sprengen. Der einzige Mangel, der uns in Bezug auf vegetarische Ernährung aufgefallen ist, ist ein grober Mangel an Information.